| Nur zwei Wochen nach
dem ersten Überschall-Flug des SpaceShipOne wurde auf dem kalifornischen
Mojawe Airport ein weiteres spektakuläres Flugzeug enthüllt:
der Virgin Atlantic Global Flyer. Gebaut wurde er für einen
einzigen Zweck, den ersten Solo-Flug um die Welt, ohne Stop und
ohne Luftbetankung.
Bisher gelang das Abenteuer
Erdumrudung erst einem einzigen Flugzeug ohne Nachtanken, dem ebenfalls
von Burt Rutan konstruierten Voyager. Im Dezember 1986 benötigten
die beiden Piloten Jenna Yeager und Burts Bruder Dick Rutan für
die 40.211 Kilometer lange Flugstrecke exakt neun Tage, drei Minuten
und 44 Sekunden. Diesmal soll und muß es schneller gehen.
Steve Fosset oder Ersatzpilot Sir Richard Branson werden –
wenn alles gut geht – bereits nach 80 Stunden wieder festen
Boden unter den Füßen haben. Die höhere Fluggeschwindigkeit
verdankt der Global Flyer in erster Linie seinem geänderten
Antriebskonzept. Anstelle der beiden Kolbenmotoren des Voyager ist
ein einzelner Turbofan vom Typ Williams FJ44-3 ATW getreten. Neben
dem Plus an Speed ermöglicht die Turbine eine gesteigerte Gipfelhöhe
von 15.850 Metern. Deutlich oberhalb des normalen Luftverkehrs kann
Fosset den Autopiloten zumindest für kurze Ruhephasen einschalten.
Diese Pausen werden vor allem durch das komplexe System von 17 Treibstofftanks
limitiert. Insgesamt macht der Treibstoff beim Global Flyer mehr
als 80 Prozent der Abflugmasse aus. Das Flugzeug muß deshalb
durch ständiges Umpumpen des Sprits im Flug ausbalanciert werden.
Wann der Rekordversuch
stattfindet, weiss im wahrsten Sinne des Wortes nur der Wind. Schließlich
sind die Jetstreams als zusätzlicher Schub bei dem Unternehmen
fest eingeplant. Dies bedeutet allerdings auch, dass die Flugerprobung
bis Ende März, spätestens Mitte April abgeschlossen sein
muss, um den Flug noch im April durchführen zu können.
Gelingt das nicht, öffnet sich das nächste Zeitfenster
erst wieder im Herbst.
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