| Ohne Umsteigen
die Ziele auf der anderen Seite des Globus zu erreichen, das ist
nicht nur ein Menschheitstraum, das ist schon heute eine der klaren
Anforderungen der Vielflieger. Für die Ultralangstrecke wurde
jetzt neues Fluggerät eingeführt und die Rivalen Airbus
und Boeing sind auch auf der langen Langstrecke in ein Duell eingetreten,
das von Flugzeug- und Triebwerksbauern Höchstleistungen erfordert.
Seit Oktober 2003 kann Emirates Airlines ihren Passagieren besonderen
Komfort auf den besonders langen Flugrouten bieten, denn mit dem
Airbus A340-500 kann die Fluglinie als erste weltweit den Jet mit
der größten Reichweite einsetzen. Von Dubai nach San
Francisco oder nach Australien – jetzt ist diese Verbindung
non-stop möglich. Mit der 777-300ER zieht Boeing gerade nach
und hier ist es die Air France, die ab April 2004 Flüge bis
14.260 Kilometer in ihr Angebot aufnehmen kann.
Airbus
A340-500s setzt Maßstäbe
Emirates
Airlines ist der größte Airbus-Kunde; und so war es das
Privileg dieser Fluggesellschaft, den ersten Airbus A340-500 für
die Ultralangstrecke einsetzen zu können. Angetrieben von vier
Rolly Royce Trent 500, befördern Emirates zukünftig pro
Flug bis zu 12 First Class, 42 Business Class und 204 Economy Passagiere
rund um die Welt. „Unsere A340-500s werden von Dubai aus nonstop
die Westküste der USA oder Neuseeland erreichen“,meint
Emirates Chairman Sheikh Ahmed bin Saeed Al-Maktoum. “Damit
wird Dubai zu einem Hub des 21.Jahrunderts für weltweite Flüge”.
Die maximale
Reichweite des A340-500 liegt bei 8500 nm oder 15800 km. Damit ist
er heute der Jet mit der größten Reichweite im zivilen
Flugverkehr. Mit dem Programmstart im Juni 1997 begann die Entwicklung
des Langstreckenfliegers, die mit dem erfolgreichen Erstflug im
Februar 2002 endete. Schon im Dezember dieses Jahres wurde die Zulassung
erreicht und im Oktober 2003 ging das erste Serienflugzeug an den
Kunden Emirates.
Boeing
777-300ER – das größte zweistrahlige Verkehrsflugzeug
Die neue Langstrecken-Boeing 777-300ER hatte im Februar 2003 ihren
Jungfernflug. Nach einer einjährigen Flugerprobung wurde die
erste Maschine der Serienproduktion Anfang 2004 an die Leasinggesellschaft
International Lease Finance Corporation (ILFC) für deren Kunden
Air France ausgeliefert. Die 777-300ER (Extended Range) ist das
größte und leistungsfähigste Mitglied der 777-Familie
und das größte zweistrahlige Verkehrsflugzeug der Welt.
Sie kann in einer typischen Drei-Klassen-Konfiguration 365 Passagiere
über rund 14.260 Kilometer transportieren.
In der Flugerprobung
zeigten sich die Flugeigenschaften des Langstreckenjets so überzeugend,
dass die vom Hersteller den Airlines zugesagten Leistungen in Reichweite
und Kapazität deutlich erhöht wurden. Das Abfluggewicht
wurde auf 351.530 Kilogramm gesteigert, die Reichweite auf 7.525
nautische Meilen. Allein neue Flügelspitzen mit Wingtips trugen
zu einer Energieersparnis von 1,5 Prozent bei. Für den Langstreckenbetrieb
waren die Extended Operations (ETOPS) Zertifizierungstests nötig,
die im Rahmen einer Welttour erflogen und im Dezember 2003 abgeschlossen
wurden. Ein dabei erzielter Rekord war der Flug mit nur einem Triebwerk.
Sechseinhalb Stunden flog eine Boeing 777-300ER mit nur einem der
zwei GE90-115B Triebwerke, der längste Demonstrationsflug für
diese ETOPS-Zulassung. Weitere eindrucksvolle Leistungen waren Langstreckenflüge,
beispielsweise von Sydney in Australien ins südamerikanische
Belize mit einer Flugzeit von 18 Stunden und 25 Minuten. Auch mehrere
russische Flughäfen wurden im Verlauf der Erprobungsflüge
besucht, darunter der sibirische Flughafen Yakutsk.
Als weiteres
Mitglied der Boeing 777 Familie wird für die Langstrecke jetzt
die Boeing 777-200 Long Range entwickelt. Der Rumpf dieses Typs
wird gekürzt, der Aktionsradius nochmals kräftig erweitert.
Mit knapp 17.000 Kilometer Reichweite werden dann Nonstop-Flüge
Singapur – New York oder Atlanta – Hong Kong möglich.
Damit werden die Maßstäbe auch für den Wettbewerber
Airbus hochgeschraubt und das Duell auf der langen Langstrecke geht
in die nächste Runde.
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