News aus Luft- und Raumfahrt  Januar 2004
  EADS 2004
  Umsatzwachstum und höherer Ertrag

Die EADS, das zweitgrößte Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen der Welt, geht mit verhaltenem, aber deutlichem Optimismus in das Jahr 2004. Das Unternehmen rechnet im Jahr 2004 mit einem Anstieg seines operativen Ergebnisses. So strebt die EADS für 2004 ein Wachstum ihres EBIT, also Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und außerordentlichen Posten um rund 20 Prozent an. Das Jahr 2003 zeigte eindrucksvolle Markterfolge in den Bereichen Verteidigung, Zivile Luftfahrt und Raumfahrt, die ein weiteres Wachstum in 2004 erwarten lassen. Die breite Erholung des zivilen Luftfahrtmarktes wird erst 2005 gesehen.

Zum Jahreswechsel bestätigte die EADS ihre Ziele für das abgelaufene Gesamtjahr 2003, in dem sie einen Ertrag in der gleichen Größenordnung wie 2002 von rund € 1,4 Mrd. und auch einen Umsatz auf dem Niveau von 2002 erzielt haben will. Für 2004 visiert die EADS einen Umsatz von rund € 29 bis € 30 Mrd. an. Man erwartet, dass das Wachstum des Verteidigungsgeschäfts die Umsatzeinbußen von Airbus aufgrund des niedrigen Dollarkurses und leicht rückläufiger Auslieferungszahlen ausgleichen wird.

Nach einer vorsichtigen Bewertung des Auftragsbestandes setzt Airbus sein Auslieferungsziel für das Jahr 2004 mit annähernd 300 Flugzeugen an. Die Division EADS SPACE wird dank ihres robusten Auftragsbestandes, darunter zehn zivile Kommunikationssatelliten, im Jahr 2004 voraussichtlich einen stabilen Umsatz erzielen. Auch der Hochlauf von Verteidigungsprogrammen in den EADS Divisions Military Transport Aircraft, Aeronautics, Defence and Security Systems wird das Umsatzwachstum der EADS im Jahr 2004 steigern, vor allem die A400M, die Hubschrauber Tiger und NH90 sowie Lenkflugkörperprogramme.

Markterfolge im Jahr 2003

Im Jahresverlauf 2003 verdoppelte sich der EADS-Auftragsbestand im Verteidigungsbereich auf rund € 42 Mrd. zum Stichtag 30. September 2003. Mit dem Vertrag für das Transportflugzeug A400M im Wert von € 20 Mrd. verbuchte die EADS den größten Verteidigungsauftrag in ihrer Geschichte. Die EADS-Tochter Paradigm erhielt vom britischen Verteidigungsministerium den Auftrag für das militärische Satelliten-Telekommunikations-System Skynet 5 im Wert von rund £ 2,5 Mrd. MBDA sicherte sich im Konsortialverbund einen Großauftrag über Lenkflugkörper im Wert von € 3 Mrd. Die EADS konnte Österreich als fünften Kunden im Programm Kampfflugzeug Eurofighter verzeichnen. Griechenland gab 20 militärische Transporthubschrauber vom Typ NH90 in Auftrag; Spanien kündigte seine Teilnahme am Programm für den Kampfhubschrauber Tiger und die Beschaffung von 24 Maschinen an.

Trotz des gegenwärtig schwierigen Marktumfeldes erzielte Airbus mehrere Großaufträge: Die US-amerikanische Niedrigpreis-Fluggesellschaft JetBlue Airways gab 65 Airbus A320 in Auftrag und sicherte sich Optionen über weitere 50 Flugzeuge. Emirates Airlines, Korean Air, Malaysia Airlines und jüngst auch Qatar Airways bestellten insgesamt 34 Airbus A380. Damit hat Airbus für dieses Programm, in dem im Jahr 2003 bedeutende technische Etappenziele erreicht wurden, nunmehr 129 Festaufträge von elf Kunden.

Auch im Raumfahrtgeschäft erzielte die EADS bedeutende Erfolge: Die Mitgliedsstaaten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA verabschiedeten ein Finanzierungsprogramm für das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo. Zudem gab die ESA die Zusage, die Autonomie des europäischen Trägerraketen-Geschäfts sicherzustellen. Arianespace verpflichtete sich anlässlich der Paris Air Show, die EADS als Hauptauftragnehmer für die Bereitstellung von 30 Ariane-Trägerraketen im Wert von € 3 Mrd. zu beauftragen. Die EADS Astrium erhielt mehrere Neuaufträge über Telekommunikations- und Forschungssatelliten im Wert von über € 600 Mio.

Die Analysten von Goldman Sachs bewerteten in einer Studie vom 12. Januar den europäischen Luft- und Raumfahrttitel EADS mit dem Rating "Outperform", nachdem am 8. Januar das Unternehmen für 2004 starke Finanz-Planungszahlen bekannt gegeben habe. Die Analysten würden aber bezüglich der Profitabilität von Airbus auf kürzere Sicht etwas vorsichtiger sein. Nichtsdestotrotz sei EADS weiterhin ihr bevorzugter Titel des Sektors.

 

 

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