News aus Luft- und Raumfahrt  Januar 2004
  Platz 2 in Deutschland
  Air Berlin in führender Rolle

Von den Geschäftszahlen her und in der Wahrnehmung der Passagiere ist die Fluggesellschaft Air Berlin auf Platz zwei der deutschen Fluggesellschaften aufgerückt: Bei 9,6 Millionen beförderten Passagieren zum 31. Dezember 2003 ist das Unternehmen nach der Deutschen Lufthansa zweitgrößte deutsche Airline geworden. 2002 lag das Passagieraufkommen noch bei 6,7 Millionen Gästen. Der Umsatz erhöhte sich in 2003 von 696 auf 894 Millionen Euro. Insgesamt wurde das Unternehmen Deutschlands größter Niedrigpreisanbieter und drittgrößter dieser Branche in Europa. Heute startet Air Berlin von 18 deutschen Flughäfen zu 42 Zielen in Europa, der Türkei und Nordafrika. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im abgelaufenen Jahr um mehr als 500 auf 2.164.

Konzept "Shuttle"

Unter dem Stichwort Shuttle betreibt Air Berlin zwei erfolgreiche und Passagiere bringende Streckenkonzepte: So verbindet der im Herbst 2002 gestartete Air Berlin City Shuttle acht deutsche Flughäfen mit Metropolen wie London, Wien, Zürich, Mailand, Rom und Barcelona. Die zweite tragende Säule des Geschäftes ist der Mallorca Shuttle. Auf Europas wichtigstem Ferienairport ist Air Berlin inzwischen mit weitem Abstand Marktführer. Die Zahl der von und nach Palma de Mallorca beförderten Passagiere konnte 2003 gegen den allgemeinen Trend von 1,9 auf 2,9 Millionen gesteigert werden.

Auch in der Wahrnehmung der Fluggäste zeigt die Bewertung der Air Berlin eine überaus gute Einschätzung. Bei einer Umfrage der Fachzeitschrift „Reise & Preise“ wurde die Fluglinie zur besten deutschen Fluggesellschaft gewählt. Im internationalen Ranking kam Air Berlin mit der Note 2,04 auf Platz 17, deutlich vor Deutsche BA (2,14), Eurowings (2,20) und Aero Lloyd (2,20). An der Umfrage beteiligten sich 8.172 Leser und Experten, überwiegend Vielflieger. Besonders gute Bewertungen erhielt Air Berlin in den Kategorien „Sicherheitsgefühl“, „Zustand der Flugzeugkabine“, „Servicebereitschaft des Personals“ und „Preis-Leistungs-Verhältnis“.

Besonders junge Flotte

Derzeit hat die Gesellschaft 44 Flugzeuge im Einsatz und ist besonders stolz auf seine Flotte: Die Maschinen von Air Berlin werden regelmäßig ausgetauscht. In den letzten Jahren konnte das Durchschnittsalter der Flotte stets unter zwei Jahren gehalten werden. Neue Flugzeuge bringen viele Vorteile, nicht nur weil das Fluggerät damit immer auf dem neuesten Stand der Technik ist, sondern auch weil damit die leisesten und sparsamsten Triebwerke zum Einsatz kommen. Die derzeit bei Air Berlin stattfindende Umrüstung vom Modell Boeing 737-400 auf den Typ 800 beweist die Effizienz der Flottenpolitik. Mit 184 Sitzen hat der neue Jet 17 Plätze mehr als das Vorgängermodell; er hat zehn Prozent mehr Reichweite, fliegt zehn Prozent schneller - und spart dabei noch zehn Prozent Kerosin. Air Berlin führte als erstes deutsche Ferienfluggesellschaft freiwillig das Antikollisionssystem TCAS ein. Weltweit war sie die erste Airline, die ihre Boeing 737-800 mit Winglets, den markanten angewinkelten Flügelspitzen ausrüstete, die schnelleres Steigen und noch mehr Treibstoffersparnis möglich machen.

Konsequent soll die Flotte von Air Berlin auf- und ausgebaut werden. Für 2004 wurde der Kauf von 60 neuen Flugzeugen durch Air Berlin Gründer und Geschäftsführer Joachim Hunold angekündigt. Damit sollen auch die bisherigen Jets abgelöst werden.

Perspektive: Kooperation mit NIKI

Eine besondere Perspektive ergibt sich aus einer neuen Kooperation mit der österreichischen „N.L. Luftfahrt GmbH“, kurz NIKI genannt. Air Berlin erwarb von Niki Lauda 24 Prozent der Geschäftsanteile an dessen neu gegründeter Fluggesellschaft und wird als Dienstleister den Vertrieb und das Streckenmarketing übernehmen sowie ihre Logistik zur Verfügung stellen. Vorrangiges Ziel der zum Jahreswechsel eingegangenen Kooperation ist die gemeinsame Erschließung des österreichischen und des osteuropäischen Marktes. Niki Lauda hatte am 28. November 2003 die österreichische Tochtergesellschaft der insolventen Fluggesellschaft „Aero Lloyd“ übernommen. Neben dem Charter-Geschäft sollte auch ein neuer Low-Cost-Carrier etabliert werden. Derzeit fliegt NIKI mit zwei Maschinen, einem 174-sitzigen Airbus 320 und einem 210-sitzigen Airbus 321, österreichische Urlauber von Wien und von Salzburg auf die Kanarischen Inseln, Madeira und nach Ägypten. Im April 2004 wird die NIKI-Flotte um zwei weitere Airbusse des Typs 320 vergrößert. Niki Lauda: „Ich suchte die Kooperation mit einem starken Partner, der über Vertrieb und Logistik verfügt, und traf Joachim Hunold von Air Berlin. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und schließlich mit Handschlag eine gemeinsame Zukunft beider Airlines beschlossen“.

 

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